Die Rohstoffe der grobkeramischen Erzeugnisse bestehen überwiegend aus Ton und tonähnlichen Mineralien wie Lehm, Mergel und Tonschiefer. Für Erzeugnisse, die feuerfest sein müssen, wird auf Rohstoffe wie Dolomit, Magnesit, Quarzit oder künstliche Stoffe wie Sinterkor und Siliziumkarbid zurückgegriffen, die über entsprechende Eigenschaften verfügen. Die Ausgangsstoffe müssen umso reiner sein, je größer die Einsatztemperatur sein wird. Definiertere Grobstrukturen werden erreicht, wenn man Sägemehl, Kunststoff oder andere organische Blähmittel hinzugibt. Sie verleihen dem Gemisch Struktur und können entsprechend der jeweiligen Belange verändert werden.
Aufbereitung der Rohstoffe
Die Rohstoffe bereitet man in feuchtem oder trockenem Zustand auf, das heißt sie werden zerkleinert, gemahlen und gemischt, danach in trockenem und in feuchtem (plastischen) Zustand in die gewünschte Form wie Stein, Formstein, Rohr, Dachziegel oder Pellet gebracht. In separaten Anlagen trocknet man vielfach feuchte Formlinge.
Grobkeramische Erzeugnisse werden fast nur in kontinuierlich betriebenen Öfen gebrannt, in manchen Fällen kommen auch periodisch betriebene Einzelöfen zum Einsatz. Einige grobkeramische Produkte (Baukeramik, Verblendziegel, Steinzeugrohre) werden auf den Sichtflächen oder sogar der ganzen Oberfläche mit einer Kunststoffbeschichtung oder einer Glasur versehen, eventuell auch engobiert.
Die moderne Ingenieurkeramik fordert Qualität
Die moderne Ingenieurkeramik ist eine Werkstoffgruppe, die je nach Einsatzbedingungen eine Auswahlmöglichkeit bietet. Die wichtigsten Vertreter sind die Werkstoffe auf Basis des Aluminium- und Zirkonoxids (Oxidkeramiken) sowie auch Siliziumnitrid und Siliziumkarbid (Nichtoxidkeramiken), die für bestimmte Aufgaben besonders prädestiniert sind. Für besonders heikle Anforderungen gibt es noch speziellere Materialien, wie das extrem temperaturwechselbeständige Aluminiumtitanat für Konstruktionen, die thermisch isoliert sind sowie das Borcarbid, das extrem abriebbeständig ist.